An Kalifornien vorbei und rund um Alnitak

Im Garten ist es vor Weihnachten heller als in der Stadt

Nachdem sich zuletzt schon mal eine erste Wolkenlücke auftat, hatte ich das neue Teleskop Askar FMA 180 mit dem Tri-Band Schmalband Nebelfilter (H-β, O-III, H-α) auf den Orion gerichtet. Diesmal wollte ich im vermeintlich dunkleren Garten den Kalifornien-Nebel im Perseus und eventuell den Pferdekopf- + Flammennebel im Orion fotografieren. Leider kam es etwas anders.

Um kurz nach 19:00 war ich im Garten, und musste mit Erschrecken feststelle, dass unser Nachbar eine Festbeleuchtung in seinem Garten installiert hat. Da hätte ich nicht nur Überschriften in der Zeitung lesen können, sondern auch alles Kleingedruckte, also schlechter als Bortle 8.

Falsch abgebogen: Kalifornien verfehlt

Nun gut, frohen Mutes, ich hatte ja den Filter dabei, baute ich die Montierung auf und peilte ξ-Persei (Menkib) an, um den Kaliforniennebel (NGC1499) daneben zu fotografieren. Eine schöner H-II-Nebel, der mit dem IDAS-NB1 Filter gut vom Hintergrund zu trennen sein sollte. Ich dachte zumindest, es wäre ξ-Persei. Bei meinem Rhein-Main-Himmel bin ich es gewohnt, auf den Einzelbildern nicht viel zu sehen, deshalb schenkte ich den nebelfreien Bildern keine Beachtung und freute mich auf das gestackte Ergebnis. Tja, am nächsten Tag war auf dem gestackten Bild leider auch kein Nebel zu sehen oder zu erahnen. Beim genaueren Betrachten und Vergleichen mit Stellarium stellte ich fest, dass ich leider nicht neben ξ- sondern ε-Persei gezielt hatte und da ist wirklich keine Spur von Nebel zu sehen.

Nun gut, das war der erste Streich. Die Temperatur im Garten näherte sich den -10°C, in der Hütte waren es noch warme -2. Zum Glück war das Wasser noch nicht gefroren und ich konnte mir einen wärmenden Tee kochen.

Pferdekopf- und Flammennebel

Meine nächsten Ziele war die Region um ζ-Orionis (Alnitak), einer der drei Gürtel-Sterne des Orions, neben dem der Pferdekopf-Nebel (IC 434) und der Flammennebel (NGC 2024) zu finden sind. Es war kurz nach 22:00 und der Abstand Orion-Weihnachtsbeleuchtung schien mir groß genug zu sein. Ich wollte eine Vergleich zwischen Bild mit und ohne Filter sehen. Mit Filter machte ich ein paar mehr Bilder.

Zu meinem oben erwähnten ersten Bild mit dem Askar FMA 180 gab es den Kommentar, dass es viel chromatische Aberration hätte, was an farbigen Kringeln um die Sterne zu sehen ist, da nicht alle Farben im Fokus sind. Meiner Meinung nach ist das auf den hier gezeigten herunterskalierten Bildern ok. Bei einem Ausschnitt mit der Original-Auflösung sieht man ohne Filter blaue Kränze um einige Sterne, mit dem Filter um andere Sterne in rot. In der Kombination der Bilder mit und ohne Filter scheint sich das aufzuheben.

So, kurz vor 24:00, die -10°C waren erreicht, 5 Stunden bei der Kälte reichen auch wirklich. Abbauen, einpacken und auf ging es mit dem Fahrrad zurück über den Rhein Richtung warmes Bett.

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